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Exkursionsbericht Tierpark Aschersleben 7. April 1997 Wiedereinmal nahm sich Dietmar Reisky viel Zeit für eine Führung durch den ganzen Tierpark. Wir hatten schon früher seine Aus- und Umbaupläne besprochen und wollten uns nun deren Umsetzung ansehen. Am Eingang entstand ein Zwergziegen-Gehege "damit die
Besucher ihre Fütterwut hier auslassen"; der anschließende
frühere Ententeich ist nun mit Flamingos besetzt. Hier soll
einmal eine betretbare Freiflugvoliere entstehen. Das große
Gehege, früher mit Hirschen besetzt, ist für Antilopen umgebaut
worden - im Absperrgehege befinden sich bereitsBergriedböcke
Solange die letzten Käfige erneuert werden, sind im Tigerhaus auch die Leoparden untergebracht, die daher nur abwechselnd nach draußen können. Leider sind auch die Projekte Tiger- und Löwen-Großanlage erst einmal zurückgestellt. Am Wirtschaftshof soll ein weiterer kleiner Streichelbereich entstehen, eine Anzahl Quarantänekäfige ist bereits fertig. Wir bekamen auch den Betriebsteil des Zoos zu sehen, von den Futterscheunen und Materiallagern bis zu Kühlhaus und Futterküche. Noch stehen ein paar alte Volierenwürfel mit verletzt gefundenen Greifen und österlich eingerichteten Kaninchen an der Stelle der künftigen Bärenanlage, aber bald wird hier ein weiteres Heuss-Projekt entstehen: Grüne Freianlage mit Glas-Sichtstelle und Aussichtspunkt auf dem Stalldach; zu klären bleibt eigentlich nur noch die Frage, ober der Besucher auch den Absperrkäfig zu sehen bekommen soll: Ja, sagt der Tierpark, schließlich könnten Tiere auch mal für länger abgesperrt sein. Nein, sagt die Architektin, ein Käfig zerstöre die ganze Illusion wieder. Noch sitzen die Bären jedenfalls in den häßlichen alten Zwingerabteilen, auch hier wieder abwechselnd draußen, denn es gibt hier auch noch Kragenbären. Am Vogelhaus wurde eine neue Art der Besucherabsperrung aus verflochtenen Ästen und Zweigen ausprobiert, für viele Besucher bestimmt gewöhnungsbedürftig, aber wenn die Vorpflanzung erst einmal hindurchgewachsen ist, wird sie wie eine dichte Hecke wirken. Jedenfalls besser als die teuren Edelstahl-Handläufe anderer Zoos! An der Querseite des Hauses wurde eine Anlage für Ozelots eingerichtet, später soll auch der Innenraum zugänglich gemacht werde, evtl. sogar mit Krokodilbecken. Die Kapuziner-Weißkopf-Maki-Käfige sollen auf ein Mehrfaches erweitert, die jetzigen Außenkäfige zu den Innenanlagen werden; auch ein kleines Besucherhaus ist geplant. Am Aquarium sind nun Nachtaffen untergebracht, die man freilich tagsüber kaum im Außenkäfig finden wird, dafür aber im Innenhaus mit Agakröten vergesellschaftet sehen kann. Neu sind auch Igel in der Flughund-Vitrine. Hier soll evtl. eine Großanlage für Riesenschlangen entstehen. Die Aquarien wurden weniger, aber größer und stehen jetzt jeweils unter einem speziellen Thema. Im Schaufenster des kleinen Affenhauses sind nun Goldene Löwenäffchen eingezogen, nun leben hier drei Krallenaffenarten. Leider viel zu nah am Streichelzoo und deshalb hinter mehreren Schichten Maschendraht. Zum Schluß führte uns Dietmar Reisky noch in sein Büro, zeigte uns Pläne der Bärenanlage und anderer Projekte. Alles hängt nicht nur von der Unterstützung der städtischen Stellen ab, sondern auch von der Entwicklung der Besucherzahlen. Große Hoffnungen liegen deshalb auf der Wiedereröffnung des Restaurants. Die Entwicklung läuft zwar nicht so rasant wie erwartet und erhofft, aber deutliche Verbesserungen sind zu sehen. Der Tierpark ist sehr groß für die kleine Stadt Aschersleben, und die Konkurrenz durch Tierparks in Nachbarstädten ist größer als wohl irgendwo anders in Deutschland. Aber der Tierpark hat zwei große Vorteile: Es gibt ein klares, umfassendes Entwicklungskonzept, und er hat einen Leiter, der genau weiß, was er will und wie er es erreichen kann. © Fotos & Text: Dirk Petzold Zuletzt aktualisiert am 28.6.1997 - Zoo-AG Homepage |