Zoo-AG

Anmerkungen

Exkursions-Bericht

ZOOM Erlebniswelt Gelsenkirchen
(früher Ruhrzoo)
März 2005

Allzulange war es her, daß die Zoo-AG dem Zoo in Gelsenkirchen einen offiziellen Besuch abgestattet hatte. In vier Jahren wurden schon einige Gehege der künftigen Erlebniswelt erbaut, und nun stand der Erweiterungsteil “Alaska” wenige Wochen vor der Fertigstellung. Diese Großbaustelle wollten wir uns nicht entgehen lassen. Diese Bilder sollen die wichtigsten Eindrücke illustrieren.

Bereich 1: Der Wald. Schon hier dominieren Kunstfelsen als Kulisse, doch die bestehenden Bäume und dichte Vegetation werden im Sommer viel verdecken. Links die künftige Luchsanlage mit Trapperhütte, rechts ein Teil der Elchanlage mit umlaufenden Wassergräben in Spundwand-Bauweise.

Die weiträumige Biberanlage mit mehreren gestaffelten Becken nimmt bereits Gestalt an. Die Besucher werden die Tiere aus einer Felsgrotte heraus im Bau und unter Wasser beobachten können.

Bereich 2: Die Tundra. Das baumlose Erweiterungsgebiet wird mit Multimillionen-Aufwand in eine Alaska-Erlebniskulisse umgewandelt. Links: Die Eisbärenanlage im Rohbau, die Kunstfelsverblendungen werden gerade angebracht. Rechts: Die Eisbär- und Seelöwen-Grotte, aus der heraus man beide Tierarten durch Glas direkt und auch unter Wasser beobachten können wird. Hinten schließt sich der künftige Tunnel an.

Anschluß für den Acrylglas-Tunnel mitten durch das Robbenbecken. Die riesigen Tunnelsegmente wurden kurze Zeit später angeliefert - das Fernsehen war dabei. Rechts Blick über eine der zwei Kodiakbär-Anlagen mit Naturboden aus Erde und Kies und weiten Wasserbereichen, die natürlich noch nicht gefüllt waren. Rundherum hunderte Meter künstliche Felsen mit Überhängen und Stahl-Abweisern.

Im hintersten Teil des Parks entsteht nicht etwa eine Wildbrücke, sondern eine Goldmine, in der bewegliche Puppen die Besucher erschrecken werden. Der Bezug zur Tierwelt ist schwer zu erkennen, doch in Gelsenkirchen sollen künftig zusätzliche Freizeitpark-Aspekte Einzug erhalten. Auch ein Eisschollen-Fahrt-Simulator ist geplant.
Rechts ein weiterer Blick auf die Bärenanlagen, diesmal im Bereich der Panzerglas-Sichtscheiben, und der Bereich am Robbenbecken. Hier war wegen der Baufahrzeuge noch kaum Gestaltung zu erkennen und wir mußten uns durch eine Schlammwüste kämpfen.
 

Teil 3: Afrika.
Obwohl in diesem Jahr zuerst “nur” Alaska eröffnet wird, ist der Bau schon einen Schritt weiter. Für 2006 ist die Eröffnung des ersten Teils der Afrikanischen Landschaft geplant, und der Rohbau des wichtigsten Gebäudes steht bereit: Das Flußpferd- und Schimpansenhaus.
Der Blick rechts geht in die künftige Schimpansenhalle, die ein Glasdach erhalten wird. Rechts unten ist das Flußpferd-Innenbecken bereits zu erkennen.
Und hinter dem Haus, wo das Erweiterungsgelände zur bestehenden Afrika-Anlage weiterführt, wird ebenfalls schon an der Grundlage des neues Giraffenhauses, der Bootsfahrt-Strecke und der erweiterten Steppen-Anlage gearbeitet.

Ingsgesamt ist zur Zeit mehr als die Hälfte der Gesamtfläche des Zoos im Total-Umbau (bei laufendem Betrieb) - das hat es noch in keinem Zoo Deutschlands gegeben.

Noch ein Blick auf die bereits fertiggestellten Bereiche:
Das erste der neuen Gehege war schon vor drei Jahren die Löwenanlage mit ihren anfangs quietschrosa Kunstfelsen, die einer Formation in Namibia nachgestaltet sind. Die Zeit hat eine Patina aufgelegt, so daß der Eindruck nun wesentlich natürlicher ist.
Die Löwen sind über einen Freisichtgraben hinweg und aus einer Felshöhle heraus zu beobachten - in letzterer befinden sich beheizte Steinplatten, so daß die Tiere gern direkt vor den Fenstern liegen.
Zum Komplex gehören auch eine Hyänen-Anlage, eine geschickt getarnte Voliere (s.u.)  und seit neuestem ein Streichelbereich im Stil eines afrikanischen Dorfes mit Zwergziegen.

Ebenfalls neu ist der Westfälische Bauernhof direkt am Eingang, der Spielplatz, Gaststätte und weitere Serviceeinrichtungen bietet - Hannover läßt grüßen.

Sicher wird der nun ZOOM genannte Ruhrzoo mit seinem neuen Erscheinungsbild nicht nur Gefallen hervorrufen. Manche Kulisse, mancher “Erlebnisbereich” wirken doch allzu vordergründig, und von einem ganzheitlichen Konzept auch für Didaktik und Artenschutz, wie es beispielsweise in Leipzig beim Umbau des Zoos konsequent umgesetzt wird, ist zumindest jetzt noch nicht viel zu merken. Man sollte aber auch nicht vergessen, welche enormen Altlasten und Investitions-Staus sich im alten Ruhrzoo angehäuft hatten, da erst die Tierhandelsfirma Ruhe, später die Stadt schlicht kein Geld hatten, den Zoo zu modernisieren. Das mögen die folgenen Bilder illustrieren - Bilder, wie sie wohl nur noch kurze Zeit zu sehen sein werden:

Die Tage der alten Bärenburg, verwaist bis auf “Zwerg-Eisbärin” Antonia, und des traurigen Betonteichs der Biber sind gezählt.

Ebenso wird das Menschenaffenhausmit seinen winzigen, verrosteten Käfigen bald verschwinden. Schon im nächsten Jahr wird dieser Teil des alten Zoos, sobald Giraffen und Schimpansen in die neuen Anlagen übersiedeln konnten, zum Erlebnisbereich Asien umgebaut.
Auch das alte Elefantenhaus ist völlig marode. Der letzte Elefant hat den Zoo schon im Vorjahr verlassen. Die einzigen Großtiere, die dort noch ausharren, sind die Flußpferde, und auch für sie ist das Ende dieser Haltung absehbar.

In rascher Folge werden in den nächten Jahren die neuen Anlagenkomplexe eröffnet werden, und die Zoo-AG wird definitiv sehr viel häufiger als bisher in Gelsenkirchen vorbeikommen müssen!

Website des Zoos

Externer Bericht 2003 / 2004

Exkursion 2001

Ganz herzlichen Dank an die Kuratorin des Zoos,  Marion Wille, die sich viele Stunden Zeit nahm, uns auch in die hintersten Winkel der Baustelle zu führen, um Schlammflächen und über Seenplatten zu lotsen und anschaulich verstand,  die künftigen Anlagen vor unseren Augen entstehen zu lassen.

Selten war Versumpfen so informativ!

Foto: Marco Smeets

Lesen Sie dazu auch die Berichte zur Eröffnung von “Alaska” in der Zoopresseschau vom 7. Juli 2005


Nachtrag 1: Nachdem der langjährige Zoologische Leiter Dr. Wolf Gürtler bereits auf Kuratorenstatus herabgestuft wurde, ist im September 05 auch Marion Wille gekündigt worden. Wir halten dies für eine höchst beunruhigende Entwicklung.

Dabei wären eher ein paar mehr Zoologen nötig, denn wie anders ist zu erklären, daß auf den Webseiten der ZOOM-Erlebniswelt im
Abschnitt Asien mit folgender, zoo-geografisch höchst bedenklichen Formulierung geworden wird:
“Die Regenwälder Südostasiens faszinieren durch ihre große Artenvielfalt. Der asiatische Dschungel ist das Zuhause von den größten und kleinsten, den geährlichsten und schillerndsten Landtieren der Erde: Doppelhornvogel, Tukan, Papagei, Orang Utan und Tarantel. In der ZOOM Erlebniswelt Asien werden Sie ab 2007 zu Fuß durch den Dschungel Borneos spazieren können. Auf Ihrer Safari werden Ihnen Leoparden, Panzernashörner, Gibbons, Malaienbären und Orang Utans begegnen.”
Hervorhebungen durch uns. Abgebildet ist zudem ein Tiger ... kommt ebenfalls auf Borneo nicht vor. Auf den Bauanschlägen werden aus den Panzernashörnern Sumatra-Nashörner, was geografisch zwar besser paßt, aber völlig ausgeschlossen ist.

Nachtrag 2: Zwar haben wir den fertigen Bereich Alaska noch nicht besichtigt, aber ein ausgewiesener Raubtier-Experte hat den Zoo im Herbst 2005 besucht und uns freundlicherweise seinen Bericht zur Verfügung gestellt, den wir hier gerne veröffentlichen.

Nachtrag 3: Wie wir im November erfuhren, wurde auch der Vertrag der Dipl.-Biologin Tamara Kalmbach nicht mehr verlängert.


Zuletzt ergänzt am 7. 11. 2005

Anmerkung: Die Darstellungen und Meinungen im Bericht auf dieser Seite geben nicht zwingend die aller Zoo-AG-Mitglieder wieder.


© 2006 Fotos & Text: Dirk Petzold - zur  Zoo-AG Homepage logoeule Zoodatenbank zoo-infos.de